Kompressionsbehandlung

Einer der wichtigsten Faktoren bezüglich der Behandlung eines Lymphödems ist die Kompression. Aufgrund vieler positiver Ergebnisse steht fest, dass die Kompressionsbehandlung ein beeindruckendes Wirkungsspektrum erzielt:

In der Entstauungsphase verringert sie mithilfe von Bandagen das Ödem und verhindert in der Erhaltungsphase mithilfe von Kompressionsstrümpfen ein erneutes Anschwellen.

mit Bandagen

In der Entstauungsphase ist ein Kompressionsverband mithilfe von Kurzzugbinden nach jeder Lymphdrainage ein Muss. Kurzzugbinden verfügen über einen hohen Arbeitsdruck – das ist die Stärke des Drucks der Bandagierung bei Bewegung – bei gleichzeitige geringem Ruhedruck – das ist die Stärke des Drucks der Bandagierung in Ruhestellung. Deshalb erreichen Kurzzugbinden einen guten Widerstand und damit einen guten Entstauungseffekt bei Bewegung. Empfehlenswert ist es, direkt nach der Lymphdrainage mit gewickelten Beinen "stramm" spazieren zu gehen – so wird die Wirkung optimal ausgenutzt und die Lymphflüssigkeit abtransportiert. Die mehrlagige Bandagierung sollte unbedingt von geschultem Personal durchgeführt werden.

mit Kompressionsstrümpfen

Nach Abschluss der Entstauungsphase muss der Erfolg mithilfe von Kompressionsstrümpfen erhalten werden. Hierzu verwendet man flachgestrickte Kompressionsstrümpfe, die die Kurzzugbinden ersetzen. Dabei handelt es sich um Strümpfe mit Naht, die aus weniger elastischem und festerem Material als nahtlose Kompressionsstrümpfe (wie z. B. zur Behandlung von Venenerkrankungen eingesetzt werden) bestehen und dadurch einen flächigen konstanten Druck auf das Bein ausüben. Sie werden den jeweiligen Körpermaßen genau angepasst und deshalb individuell angefertigt. Die Strümpfe zeichnen sich, richtig angepasst, durch einen perfekten Sitz und exakten Druckverlauf aus.
Zusätzlich ist das Material widerstandsfähiger gegen Durchscheuern und lässt sich leichter anziehen als das dünnere Material der Kompressionsstrümpfe ohne Naht.
Ein weiterer Vorteil der flachgestrickten Kompressionsstrümpfe liegt darin, dass das stärkere Material keine Hautfalten einschnürt, die häufig bei diesem Krankheitsbild entstehen. Aus diesem Grund ist ein rundgestrickter, nahtloser Kompressionsstrumpf, der aus nachgiebigerem Material besteht, meist nicht empfehlenswert. Hier kann es zu regelrechten Abschnürungen kommen, die den Lymphfluss behindern und zusätzlich das Venensystem belasten.
Für eine optimale Wirkung müssen flachgestrickte Kompressionsstrümpfe exakt passen.
Eine ausführliche Beratung ist deshalb notwendig.
Speziell geschultes Personal finden Sie in Sanitätshäusern.

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